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Technik · Klima

VPD, Temperatur & Luftfeuchte richtig steuern

Viele Grower starren auf das Thermometer – und übersehen den Wert, der die Pflanze tatsächlich antreibt: VPD. Wer VPD versteht und konstant hält, bekommt gesündere Pflanzen, schnelleres Wachstum und weniger Schimmelprobleme. Dieser Artikel erklärt VPD verständlich und zeigt, wie du es in einer automatisierten Growbox stabil hältst.

Was ist VPD?

VPD steht für Vapour Pressure Deficit (Dampfdruckdefizit). Vereinfacht: Wie „durstig" ist die Luft? Der Wert (in kPa) kombiniert Lufttemperatur und relative Luftfeuchte und beschreibt, wie stark die Luft der Pflanze Wasser entzieht. Ist der VPD zu niedrig, transpiriert die Pflanze kaum (Schimmelgefahr, träger Nährstofftransport). Ist er zu hoch, schließt sie die Spaltöffnungen und stoppt das Wachstum.

Warum VPD aussagekräftiger ist als Temperatur allein

26 °C bei 40 % Luftfeuchte und 26 °C bei 70 % sind für die Pflanze völlig verschiedene Welten – gleiche Temperatur, völlig anderer VPD. Genau deshalb führen reine Temperaturregeln in die Irre. VPD fasst beide Größen zu der einen Zahl zusammen, auf die es biologisch ankommt.

VPD-Zielwerte je Wachstumsphase

Richtwerte (Blatttemperatur ~1–2 °C unter Lufttemperatur eingerechnet). Zur Blüte hin wird der Korridor schrittweise angehoben:

PhaseVPD (kPa)Temp.rel. Feuchte
Sämling / Klon0,4 – 0,822–26 °C65–75 %
Vegetativ0,8 – 1,222–28 °C55–65 %
Frühe Blüte1,2 – 1,422–27 °C50–60 %
Späte Blüte1,4 – 1,620–26 °C40–50 %
Sieh die Werte als Korridor, nicht als Dogma. Konstanz im Bereich schlägt das Jagen nach dem „perfekten" Punktwert.

So regelst du VPD praktisch

Du hast drei Stellgrößen:

  • Abluft (wichtigste): führt warme, feuchte Luft ab. Stufenlos geregelt = feinste VPD-Kontrolle.
  • Be-/Entfeuchter: hebt/senkt die Luftfeuchte gezielt, wenn Abluft allein nicht reicht.
  • Temperatur (über Licht-Leistung/Heizung): verschiebt den VPD mit.

Der Klassiker-Fehler: Abluft fest auf einer Stufe. Damit ist VPD reine Glückssache. Eine drehzahlgeregelte Abluft, die kontinuierlich nachjustiert, ist der größte Hebel – das ist auch die Kernidee des Automations-Leitfadens.

VPD automatisch konstant halten

Manuell ist ein konstanter VPD über 24 h praktisch unmöglich – Außenklima, Lampenwärme und Pflanzentranspiration ändern sich ständig. Die Lösung ist eine geschlossene Regelschleife:

  1. I²C-Sensor misst Temperatur und Luftfeuchte (→ VPD berechnet).
  2. Controller vergleicht mit dem Zielkorridor der aktuellen Phase.
  3. Abluft-Drehzahl (0–10 V) wird stufenlos nachgeregelt, Be-/Entfeuchter bei Bedarf zugeschaltet.

Genau dafür ist der SMARDEN.CORE gebaut: 0–10 V Ausgänge für EC-Lüfter und Licht, I²C-Sensorik für Temperatur/Feuchte, Regelung am Gerät – ohne Cloud-Zwang.

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FAQ

Was bedeutet VPD beim Grow?

VPD (Dampfdruckdefizit) beschreibt, wie stark die Luft Feuchtigkeit aufnehmen kann – kombiniert aus Temperatur und relativer Luftfeuchte. Es steuert die Transpiration der Pflanze und ist aussagekräftiger als jeder Einzelwert.

Welcher VPD-Wert ist ideal?

Grob: Sämling 0,4–0,8 kPa, vegetativ 0,8–1,2 kPa, Blüte 1,2–1,6 kPa – zur Blüte hin steigend.

Wie hält man VPD konstant?

Am stabilsten über eine stufenlos drehzahlgeregelte Abluft, die ein Controller anhand von Temperatur und Feuchte automatisch nachregelt.

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